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ZÁMEK KYNŽVART
Schloss Kynžvart liegt mit seinem weitläufigen Park etwa einen Kilometer südwestlich von der Stadt Lázně Kynžvart (Bad Königswart). Anfangs, seit Ende des 16. Jahrhunderts, stand hier eine Trutz im Renaissance-Stil, deren Mauerwerk nach nicht ganz Hundert Jahren zum Bau des Barockschlosses verwendet wurde. Dieses diente bis zu der Zeit, in der es Klement Wenzel Nepomuk Lothar von Metternich (dessen Geschlecht dieses Gebiete von 1623 bis 1945 gehörte) ausbauen ließ und im Stil des Wiener Klassizismus umbauen und ringsum einen Waldpark anlegen ließ. Übrigens lieh er sich dafür 900 Tausend Goldmünzen von dem Bankhaus Rothschild aus. Eben dieser Fürst Metternich, den die meisten Menschen mit dem Begriff „Metternichabsolutismus” oder damit in Verbindung bringen, dass er vielleicht der leibliche Vater von Božena Němcová war, häufte auf Kynžvart viele Kunstwerke an, Münz-, Waffen und besonders Buchsammlungen, oftmals handgeschriebene Einzelstücke und Erstdrucke. Im Schloss können wir auch das Arbeitszimmer von Metternich mit einem ausklappbaren Tisch besichtigen, der bei der Verhandlung auf dem Wiener Kongress diente, das Schlossarsenal und ein Kuriositätenkabinett. Von Mai bis September ist das Schloss von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 16 Uhr (Mittagspause von 12 bis 12.30) für die Öffentlichkeit zugänglich, im April und Oktober dann nur an den Wochenenden und an Staatsfeiertagen. In den übrigen Monaten außer Januar kann man eine Führung im Voraus verabreden.
Näheres siehe www.zamek-kynzvart.eu
LÁZNĚ KYNŽVART (BAD KÖNIGSWART)
Die Geschichte dieser Stadt reicht bis zur 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück, als hier Přemysl Otakar II. auf einer Felszunge die Grenzburg Kunigeswart errichten ließ – ihre Ruine blickt heute aus der Höhe auf die Stadt. Zum Kurbad wurde Kynžvart erst viele Jahrhunderte später, als hier die ersten Mineralquellen entdeckt wurden. Zur Heilung tragen zu einem nicht geringen Teil auch die einzigartigen lokalen Bedingungen bei – die Lage dicht über der Grenze der Bodennebel, die längere Sonnenbestrahlung dank der südwestlichen Lage und die ständige hohe Luftfeuchtigkeit, die durch die dichte Bewaldung mit Mischwald bewirkt wird. Mehr als Hundert Jahre wurden hier Erwachsene geheilt (vor allem mit Entzündungen der oberen Atemwege und mit Hautproblemen), doch seit 1950 ist das Bad nur für Kinder bestimmt. Den übrigen bietet das Lázně Kynžvart (Bad Königswart) die interessante Architektur der Innenstadt und auch der unzerstörten Natur in der Umgebung an – neben des nahe gelegenen Schlosses und des Golfplatzes können Sie sich auf vielen Lehrpfad und Wanderwegen örtliche Sehenswürdigkeiten entdecken gehen, zum Beispiel zum jüdischen Friedhof, zum Naturdenkmal Königswarter Stein oder zu den nahen Mooren Smraďoch oder Tajga (bei Kladská).
Näheres unter www.laznekynzvart.cz
ZÁMEK BEČOV (SCHLOSS PETSCHAU)
Die Burg Bečov erbauten im 14. Jahrhundert die Herren von Oseka an der Kreuzung von wichtigen Landesstraßen. Dieser älteste und auch am höchsten gelegene Teil des gesamten Burgkomplexes ist jedoch bislang für Besucher nicht zugänglich (außer einer virtuellen Besichtigung auf castlebecov.eu). Bečov hat nach und nach seine Besitzer gewechselt, die an die gotische Trutz weitere Bauten anschlossen – z.B. einen vierstöckigen Turm (den s.g. Donjon), den Pluhovský palác im im Renaissance-Stil (benannt nach den damaligen Besitzern, den Pluhs z Rabštejna) und schließlich auch das Barockschloss, die Gärten und den Park, die heute der Öffentlichkeit zugänglich sind. Von der Gartenterrasse aus hat man einen herrlichen Ausblick in das Tal des Flusses Teplá und vom Schloss aus können Sie sich auf den unweit gelegenen Galgenberg begeben, der diesem Zweck über fast das gesamte Mittelalter diente. Von Mai bis September ist das Schloss jeden Tag außer Montag von 9 bis 16 Uhr (im Juli und August von 12 bis 12.30) geöffnet.
Näheres unter www.zamek-becov.cz
RELIQUIAR DES HL. MAURUS
Einer der größten Attraktionen des Schlosses Bečov ist eine historische Sehenswürdigkeit von europäischer Bedeutung – ein reich verzierter Schrank mit Reliquien des Hl. Johannes des Täufers, des Hl. Timotheus und des Hl. Maurus, nach dem es auch benannt ist: Reliquiar des Hl. Maurus. Es wurde Anfang des 13. Jahrhunderts für die benediktinische Abtei in Florennes (dem heutigen Belgien) geschaffen. Dort blieb es bis zur Französischen Revolution, als das Kloster geplündert wurde und das Reliquiar – stark beschädigt in die örtliche Kirche gelangte. Von der Kirche kaufte es dann im Jahre 1838 Graf Alfred de Beuafort ab, ließ es restaurieren und brachte es auf seiner Herrschaft in Bečov. Seine Nachkommen kollaborierten im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis und nach seinem Ende mussten sie das Schloss hastig verlassen, nur mit dem nötigsten persönlichen hab und Gut. Vorher aber vergruben sie das Reliquiar noch in einer Aufschüttung unter der Burgkapelle. Im Juni 1984 begann der amerikanische Staatsbürger Danny Douglas auf der Botschaft in Wien mit der ČSSR über den Kauf eines nicht näher bestimmten historischen Kulturdenkmals für eine Viertel Million Dollar zu verhandeln. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, dass es um einen hohlen Gegenstand ungefähr von der Größe eines Konferenztisches mit einem hohen historischen und künstlerischen Wert handelt und dass er etwa 100 Kilometer östlich von Nürnberg vergraben sein sollte. Nach einer Fahndung in Archiven fanden Kriminalisten Fotografien und eine Beschreibung des Reliquiars aus dem Jahre 1932. Anfang November 1985 begannen sie das Areal von Bečov zu durchsuchen. Sie mussten nicht lange suchen – das Reliquiar entdeckten sie am folgenden Tag.
Näheres unter www.zamek-becov.cz
HRAD LOKET (BURG ELBOGEN)
Mit dem Bau wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen, offenbar als Reaktion auf die zunehmende Bautätigkeit im benachbarten Egerland. Zu Zeiten Karls IV. (der sie zum der böhmischen Krone nicht entwendbares Vermögen erklärte) diente es als wichtige Grenzfestung. Zu dieser Zeit gab es rund um Loket schon eine große Ansiedlung unterhalb der Burg, die Grundlage für die heutige Stadt Loket. Im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert hatten verschiedene Adelsgeschlechter Loket in ihrem Besitz, bis die Burg schließlich in den besitz der Stadt selbst überging. Die Burg verlor an ihrer Bedeutung als Grenzfestung, wurde nur noch zum Teil genutzt und verkam zusehends, bis man es im Jahre 1822 in ein Gefängnis umbaute (zu diesem Zweck diente die Burg bis 1949). Die erneute Rekonstruktion der Burg begann in den 60. Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit einer umfassenden archäologischen Untersuchung und wird bis heute fortgesetzt. Heute, in diesem Jahr werden zum Beispiel erstmals das Objekt der Rotunde und ein Teil der s.g. Dolní bašta (Unteren Bastei) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und warum heißt sie eigentlich Loket? Weil unter der Felszunge, auf der es gebaut wurde, der Fluss Ohře (Eger) eine Krümmung macht, die einem menschlichen Ellbogen ähnelt. Geöffnet täglich von 9 bis 16 Uhr, im Zeitraum von April bis Oktober bis 17 Uhr.
Více siehe: www.loket.cz
CHEB (EGER)
Die ersten Erwähnung Chebs (zu deutsch Eger) als Zentrum der Region, die später Egerland genannt wurde, stammt schon aus dem Jahre 1061. Cheb gehörte abwechselnd zu Böhmen und zu deutschen Landen, bevor es 1322 definitiv der Böhmischen Krone zugeteilt wurde. Obwohl in ihr immer eine deutsche Mehrheit lebte, was besonders nach der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg auffiel, als die Stadt praktisch entvölkert wurde und der Vorkriegsbestand an Bevölkerung erst in den 90. Jahren des 20. Jahrhunderts erreicht wurde. Das historische Zentrum von Cheb haben zum Glück keine massiven Wellen von modernen Baumaßnahmen betroffen und es ist als außerordentlich gut erhalten, einschließlich eines Teils der mittelalterlichen Burg (im Jahre 1180 hatte sie Kaiser Friedrich Barbarossa bauen lassen), Überreste der Wälle, des zentralen Platzes mit elf mittelalterlichen Kaufmannshäusern (Špalíček, Stöckl) und überhaupt des gesamten Grundrisses der ursprünglichen Stadt. Viele weiterer Sehenswürdigkeiten erinnern an die reiche Geschichte der Stadt, die an einer historisch ‚heißen’ Grenze liegt. Zum Beispiel hinter dem Špalíček, im Gebäude des heutigen Stadtmuseums wurde am 25. Februar 1634 Albrecht von Waldstejn ermordet.
Näheres siehe:www.mestocheb.cz
MARIÁNSKÉ LÁZNĚ (MARIENBAD)
Anfangs war es ein öder Ort voller Sümpfe. Ende des 12. Jahrhunderts gründete hier Hroznata, der Abt des nahe gelegenen Klosters in Teplá, eine Siedlung und die Mönche fanden die ersten Quellen, aus denen sie Salz extrahierten und es als Abführmittel verkauften. Schließlich wurden hier etwa Hundert Quellen mit verschiedenen Heilwirkungen entdeckt. Das Kurbad als solches ist jedoch ein Produkt einer späteren Zeit – es wurde erst im Jahre 1786 gegründet (damals wurde das erste Kurhaus errichtet) und seinen Namen erhielt es von der Marienquelle (diese hieß allerdings ursprünglich Smradlavý – Stinkende Quelle). Neben den unumstrittenen Heilqualitäten der örtlichen Quellen helfen auch die natürlichen Bedingungen der Umgebung, die schon von Anfang an bedeutende Persönlichkeiten ihrer zeit in die Stadt lockten. Mehrmals kam zum Beispiel J.W. Goethe hierher (und angeblich erlebte er hier seine größten Liebesroman) und vor allem der englische König Edward VII., dank dem Unmengen weiterer ,wichtiger’ Gäste nach Mariánské lázně strömten, was auch zum Bau neuer Gebäude und zur Ausdehnung der Parks führte. Auch heute lebt die Stadt vor allem vom Kurbetrieb – es kommen Menschen mit Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Nieren und der oberen Atemwege hierher, doch nicht nur diese, da das Bad auch Wellness und Erholungsaufenthalte für alle ohne Unterschied anbietet.
Více siehe: www.marianskelazne.cz
ROTHIRSCH
Auf dem Gebiet des Slavkovský les kam ursprünglich nur der Rothirsch vor (auch Waldhirsch genannt). Hier lebte seine an diesem Ort ursprüngliche westeuropäische Gattung, die sich bis heute erhalten hat. Einige andere Gebiete von Tschechien hatten dies Glück nicht und heute leben dort die Nachkommen von eingewanderten hier ursprünglich nicht einheimischen Hirschen aus allen Teilen Europas, die dort künstlich ausgesetzt worden waren. Die tiefen und schlecht zugänglichen Forste des Slavkovský les blieben aber die Heimat der berüchtigten Trophäenstücke mit den mächtigen Geweihen. Nach den Jägerstatistiken wurden hier in den Jahren 1954-2005 insgesamt 240 Medaillenhirsche erlegt. Den majestätischen Tiere geht es hier dank einem Zusammenspiel von mehreren Faktoren gut. Der erste waren die ausgedehnten historischen Jagdgründe, welche zum Beispiel die Wälder im Besitz des Grafen Schönburg-Waldenburg darstellten. Nach ihrer Konfiszierung wurde ein militärischer Übungsplatz namens Prameny angelegt, der den Tieren paradoxerweise ausgezeichnete Bedingungen zur Vermehrung bot. Zur selben Zeit entstand zudem der “Grüne Vorhang”, dessen Zäune den Kaiserwaldhirschen die Wanderschaft nach Westen erschwerte. Der Rothirsch musste sich nach dem 2. Weltkrieg nicht nur des Drucks seines asiatischen Verwandten, des Sikahirsches (auch japanischer Hirsch genannt), erwehren. Der ist etwas kleineren Wuchses und stammt aus dem Fernen Osten. An der Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts wurde der Sikahirsch nach Europa gebracht, wo er sich ausgezeichnet adaptierte. Bei uns wurde er vor allem in den Gehegen der Pilsner Region gezüchtet, von wo aus er nach dem Krieg in Folge der beschädigten Umzäunung und der Vernachlässigung der Zucht entfloh. Im Slavkovský les wurde der Sikahirsch erstmals im Jahre 1963 erlegt und seitdem nimmt seine Anzahl ständig zu. Der Verwaltung des CHKO (Landschaftsschutzgebiet) zufolge beginnt er überhand zu nehmen, und dies obwohl hier jedes Jahr mehr als 160 Stück geschossen werden.
DYLEŇ (TILLENBERG)
Noch vor zwanzig Jahren war er einer der strategischen Punkte des Kalten Krieges, positioniert fünfzehn Kilometer westlich von Mariánské Lázně. Den 939 Meter hohe Gipfel, nur etwa einen halben Kilometer von der Grenze zum damals „feindlichen“ Westdeutschland entfernt, nutzte die tschechoslowakische Armee als Beobachtungs- und Abhörturm. Die militärische Besatzung verfolgte hier „an der Wacht des Sozialismus“ den Funkverkehr fast im gesamten Bayern. Heute ist der Turm ein gewöhnlicher Radiosender. Es ist nur schade, dass er nicht zugleich auch als Aussichtsturm dient ... Der weite Ausblick vom Dyleň lohnt sich aber auch so. Einige Hundert Meter unterhalb des Gipfels können Sie außerdem eine der geographischen Mitten Europas finden. Einer Tradition zufolge ehrte Kaiser Napoleon Bonaparte im Jahre 1813 den Berg mit der Bezeichnung Dyleň. An seinen Beschluss erinnert bis heute eine steinerne Säule etwa einen Kilometer südwestlich vom Gipfel. Falls Sie sich mit Kindern dorthin begeben, vergessen Sie nicht, ihnen eine der hiesigen geheimnisvollen Geschichte zu erzählen, die Sie in dem Pověsti hory Dyleň (Sagen des Tillenbergs) finden. König der Fichten.
Auf diesen Titel "aspirierte” in der Vergangenheit gleich mehrere mächtige tschechische Bäume. Im Šumava (Böhmerwald) „triumphierte“ bis 1970 die Boubíner Fichte mit einer Höhe von 57 Metern. Der überhaupt höchste Baum in Tschechien war bis zum Sturm im Juni 2008 die s.g. Těptíner Fichte, die östlich von Prag eine Höhe von 58 Metern erreichte. Im September 2009 riss ein Sturm im Labský důl ihre Nachfolgerin um – den "Krkonošský král", 52 Meter hoch, der mindestens 230 Jahre alt war und sich noch an Maria Theresia erinnerte. In Westböhmen wurden schon vor den 2. Weltkrieg nacheinander zwei Bäume als „Könige der Fichten“ bezeichnet. Sie wuchsen im Wald hinter dem Gebäude des Diurektoriums in Mariánské Lázně. Weder die Reitenberger noch die Severiner Fichte überlebten jedoch den harten Winter 1946 – 1947. Heute „triumphiert“ hier die Šindelářfichte, die nordwestlich von Mariánské Lázně hinter dem Srnčí hřbet (Rehrücken) zwischen der Alej svobody und der Alejí Smetany wächst. Im Jahre 1972 entdeckte sie der Förster Vladimír Šindelář und kümmerte sich um ihre Rettung. Er sorgte dafür, dass sie aus dem Plan für Fällen und Sägen in der Umgebung herausgenommen wurde, was im Jahre 1985 zu ihrer Erklärung zum Gedenkbaum führte. Die Fichte mit einer weit ausladenden Krone hat einen Stammumfang von 428 cm und gemäß der letzten Messung im Jahre 2000 wächst sie in eine Höhe von 38 Metern. Schätzungen zufolge keimte sie irgendwann in der Zeit um das Jahr 1818 auf, also zu der Zeit, in der Mariánské lázně das Statut Öffentliches Kurbad erhielt.
KRAJ MINERÁLEK (Landschaft der Mineralwasser)
Nirgendwo anders in Tschechien entspringen so viele Mineralwasserarten wie im Slavkovský les. Nur in Mariánské lázně werden 42 von der Gesamtanzahl von 84 genutzt. Wenn wir aber auch die in der Umgebung hinzuzählen, kommen wir auf über Hundert. Wo kommen Sie? Das Gebiet des Slavkovský les ist geologisch einzigartig dank dem Vorkommen eines tektonischen Bruchs, der in Zusammenhang mit dem Ausklingen der Vulkantätigkeit des Tertiärs entstanden ist. Seine Spalten ermöglichen das Durchsickern von Oberflächenwasser in die Tiefen, seine Anreicherung mit Mineralien und der erneute Aufstieg an die Oberfläche. Je mehr Wasser dabei das vulkanische Kohlendioxid absorbierte, desto saurer ist es und desto mehr löste es die Gesteinsunterlage auf. Diese ist auf dem relativ kleinen Gebiet des Slavkovský les sehr unterschiedlich – wir finden hier Gesteine von sauren Graniten bis hin zu basischen Amphiboliten und ultrabasischen Serpentiniten. Das Resultat ist eine sehr vielfältige Mischung von Mineralien, die sich gemäß den konkreten natürlichen Bedingungen durch ihre Temperatur, den Inhalt von Gasen und aufgelösten Stoffen unterscheidet. Hinsichtlich des positiven Einflusses auf die menschliche Gesundheit unter ihnen haben eine besondere Stellung diejenigen, die Magnesium enthalten. Dieses förderliche Element laugt sich aus dem Serpentin aus – metamorphe Gesteine von graugrüner Farbe, durchwebt von Aderchen und Flecken, so dass es an eine Schlangenhaut erinnert. Der Großteil der Kaiserwälder Säuerlinge entsteht in geringen Tiefen, deshalb sind sie kalt. Dadurch unterscheiden sie sich grundsätzlich von den heißen Quellen in Karlovy Vary (Karlsbad), die bei hoher Temperatur in Tiefen von zwei Kilometern entstehen und die auch weniger mineralisiert sind.
Dass Sie die überfüllten Kolonnaden der Kurbäder nicht anlocken? Begeben Sie sich zu den Säuerlingen in das Dorf Prameny, verborgen auf dem Bergplateau des Slavkovský les. Auch hier wurde einst ein Kurbad betrieben, von dem jedoch nur noch Ruinen erhalten sind. Von mehreren Quellen steht heute die Obecní pramen hinter der Brücke über den Bach gegenüber der Bushaltestelle der Öffentlichkeit zur Verfügung. Und nur ein paar Kilometer entspringt bei dem blauen Wegzeichen mitten im Wald der Farská kyselka (Pfarressäuerling).
KLÁŠTER TEPLÁ (KLOSTER TEPL)
Das Prämonstratenserkloster Teplá gründete im Jahre 1193 der selig gesprochene Hroznata. Den weitläufigen Komplex von kirchlichen und wirtschaftlichen Gebäuden, umgeben von einem Park, befindet sich etwa 2 km vom Zentrum der gleichnamigen Stadt. Der älteste bis heute erhaltene architektonische Teil ist eine romanisch-gotische Kirche Die Verkündigung der Jungfrau Maria. An der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts errichtete Christof Dientzenhofer am Ort der ursprünglichen gotischen Gebäude, die durch einen Brand vernichtet worden waren, eine barocke Prälatur und einen Konvent. Die Wirtschaftsgebäude entstanden nach und nach vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.
Einzigartig ist die Klosterbibliothek, die von der Anzahl der Bände her die zweitgrößte in der Tschechischen Republik ist – sie verfügt über Hunderttausend davon. Im Jahre 1950 wurde das Kloster aufgelöst und zu Kasernen der Tschechoslowakischen Volksarmee, die es in einen desolaten Zustand versetzten. Seit 1990, als der Staat das Kloster den Prämonstratensern zurückgab, erfolgt allmählich die Rekonstruktion des gesamten Areals. In der Kirche finden regelmäßig Gottesdienste statt, in dem Objekt werden Führungen veranstaltet und Sie können hier auch Konzerte oder Ausstellungen besuchen. Näheres dazu finden Sie unter www.klastertepla.cz.
SLAVKOVSKÝ LES (KAISERWALD)
Golf Kynžvart befindet sich an den Westhängen des Slavkovský les. Dieses 610 Quadratmeter große Gebiet mit dem zusammenhängendsten Baumbestand in der Tschechischen Republik dehnt sich im Dreieck zwischen Karlovy Vary, Mariánské Lázně und Františkové Lázně aus. Genau für dieses hat der Slavkovský les eine Schlüsselbedeutung – auf seinem Gebiet gibt es neben Wäldern auch Moore, die das Wasser halten und es nach und nach in die Grundschicht durchsickern lässt, welche dann die Mineralquellen speist. Neben Mooren mit ihrer typische Flora finden Sie im Slavkovský les auch viele seltenen Pflanzen (z.B. Bergarnika, welche das regionale Naturschutzgebiet in seinem Wappen hat( und eine menge von Waldtieren. Es ist nicht ungewöhnlich, bei einer Wanderung auf Wildschweine und Hirsche oder wenigstens ihre Spuren zu treffen – oft zerwühlen sie die für Touristen bestimmten Fußwege, aber leider auch die Greens auf unserem Platz. Mit Wanderwegen ist dieses Gebiet reichlich gesegnet. Sie führen Sie zu allen bedeutenden Orten, von dem höchsten Gipfel Lesný (983 m) und dem niedrigsten Ort bei der Ohře in Karlovy Vary über Moores mit Stegpfaden (Kladská, Smraďoch) bis hin zu historischen Sehenswürdigkeiten (Prämonstratenserkloster Teplá, Burg Loket, Schloss Kynžvart).
Die heutige Einzigartigkeit des Slavkovský les hängt mit seiner historischen Entwicklung zusammen. Schon die Bezeichnung ist relativ jung – bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nannte man ihn „Císařský les” (Kaiserwald). Diese Benennung stammt schon aus der Zeit Karls IV., der nach jahrlangen Streitereien die örtlichen mit dem Feind Ludwig dem Bayern verbündeten Herren vertrieb und ihnen verbot hier zu bauen. Die größten Auswirkungen auf den Slavkovský les aber hatten die Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg, als zuerst die deutsche Bevölkerung von hier vertrieben wurde und zuletzt auch die tschechische. Dann setzte sich die Tschechoslowakische Volksarmee in den Kopf, in diesem dicht bewaldeten und spärlich bewohnten Gebiet einen Übungsplatz zu errichten – das Truppenübungsgelände Prameny. Soldaten waren zwar nur bis 1954 hier, doch damals mussten sie die Stellung wegen der Uranförderung räumen und das Gebiet blieb weiterhin isoliert. Zum Naturreservat (Naturschutzgebiet) wurde der Slavkovský les erst zwanzig Jahre später- im Jahre 1974.
AUSFLUGSTIPP 1 - KLADSKÁ (GLATZEN) 5 KM
Eine malerische Ansammlung von Holzbauten im Tiroler-Schweizer Stil, die nahe dem Teich steht und umgeben von Moor ist, befindet sich 5 Kilometer vom Golfplatz, in Richtung der Stadt Kynžvart. Darüber erhebt sich der Berg Lysina (im Gegensatz zu seinem Namen bewaldet), der zweithöchste Gipfel des Slavkovský les. Das Kladská sieht wie ein Ort mit einer reichen und langen Geschichte aus, doch das zweite Attribut gilt nicht so sehr – die Dominante der Gemeinde, das Jägerschlösschen, wurde erst im Jahre 1875 errichtet, ähnlich wie die übrigen Gebäude. Vorher stand hier nur ein Sägewerk. Außer dem Jägerschlösschen wurden in dieser Zeit auch das Gasthaus U tokajícího tetřeva (es dient weiterhin seinem ursprünglichen Zweck und noch immer wird hier ausgezeichnetes Wild zubereitet), ein Haus für den Kutscher, ein Forsthaus, zwei Blockhütten für die Beamtenschaft und weitere Wirtschaftsgebäude erbaut. Alle diese Gebäude standen ursprünglich als Exponaten auf einer Ausstellung in Wien, von der aus der Gründer von Kladská, Fürst Otto Friedrich Schönburg–Waldenburg, sie zerlegt herbringen und von Schweizer Zimmermännern vor Ort wieder zusammenbauen ließ. Die nächste Umgebung wurde später in die Gestalt eines Waldparks verwandelt, der größere Umkreis wurde als reiches Jägerrevier genutzt. Dank der großen Menge an Wild (und damit auch der größeren Chance etwas zu erlegen) besuchten Kladská viele bedeutende Persönlichkeiten, z.B. der englische König Edward VII., der österreichische Erzherzog Ferdinand d'Este, der französische Premier Clemenceau, der Marschall Koněv oder Jurij Gagarin. Heute lockt Kladská am meisten auf den Steg über das Moor Tajga (neu renovierte Hängebrücken, Wegzeichen und Informationspaneele sind auf einer Strecke von mehreren Kilometern direkt über den ,Sümpfen’ angelegt), aber einst war es eher als Bastion der Jägerei berühmt. Unter Sigismund Schönburg–Waldenburg (des Sohns des Gründers von Kladská) war hier das zweitgrößte Jägerrevier von Böhmen. Sigismund selbst war ein leidenschaftlicher Jäger und als er im Jahre 1936 starb, wurde er auf eigenen Wunsch ein Stück weit hinter dem Jägerschlösschen begraben. Sein Tod hing angeblich damit zusammen, dass er einen weißen Hirsch erschossen hat (und einer örtlichen Sage zufolge angeblich jeder derartige Jäger innerhalb eines Jahres sterben würde). Sigismunds Gruft, die bis heute steht, wurde mehrmals mit Gewalt aufgebrochen. Zuerst im Jahre 1945 durch amerikanische Soldaten, dann von tschechischen Soldaten und schließlich von Hamsterern, die glaubten, dass sie Gold darin finden würden. Deshalb ist die Gruft heute sicherheitshalber so betoniert, das man den Deckel nicht öffnen kann.
Geschichte aus dem Web slavkovskyles.sweb.cz
Die neuere Geschichte von Kladská ist erneut von der Schaffung des Truppenübungsgeländes Prameny in den Jahren 1948-1958 geprägt. Die Schranke, an der eine Armeewache stand, war der Kreuzung der Landstraße Kladská - Kynžvart und das Schlösschen diente als Übungszentrum. Just zu dieser Zeit besuchte Kladská auch Klement Gottwald, der unweit den Ausblick auf die Zerschießung der königlichen Bergstadt Litrbachy durch sozialistische Artillerie „genoss“. Der Arbeiterpräsident saß an einem Lärchenholztisch, den man später „Gottwaldtisch“ nannte. Auch diesen gibt es in Kladská nicht mehr. Nach den letzten Informationen wurde er nach Arnoltov gebracht, wo seine Spur verschwand.
An seinen Aufenthalt in diesem Gebiet hat nicht einmal Marshall Koněv gute Erinnerungen. Von ihm wird die folgende Geschichte erzählt. Während seinem Aufenthalt in Karlovy Vary im Jahre 1946 besuchte er Kladská in Begleitung von General Svoboda. Zuerst fischte er vergebens im Fischteich und fing nicht einen einzigen Karpfen. Bei dem Schuss auf den Hirschen verklemmte sich die Munition in dem neuen Repetiergewehr, einem Geschenk des Rüstungsbetriebs Zbrojovka, und so verblieb er erneut ohne Jagdbeute. . Man musste schnell Atropin aus einer Apotheke in Mariánské lázně bringen. Das Rezept, in kyrillischer Schrift geschrieben, verstand die Apothekerin jedoch falsch und so brachte der Chauffeur dem armseligen Marshall Augentropfen. Der aufgebrachte Erzherzog warf das Medikament ins Kaminfeuer und fuhr augenblicklich zurück nach Karlovy Vary.
AUSFLUGSTIPP 2 - ZOIGLBIER
Mit einer laschen halben Stunde Autofahrt gelangen Sie nach Bayern, genauer gesagt in einen Teil Bayerns namens Oberpfalz. Sie ist unter anderem die Heimat einer der größten Bierattraktionen – des Biers Zoigl.
Zoigl ist ein bayrisches Bier oder eher ein Bierstil – oder eine Bierart. Erstmals wurde dieses Bier schon im vierzehnten Jahrhundert erwähnt. Damals gab es noch s.g. Gemeindebrauereien, in denen sich Familien, denen das Braurecht erteilt worden war, ihr eigenes Bier brauten. Jede Familie wechselte sich gemäß einem im Voraus aufgestellten Plan mit den übrigen ab. Nach dem Kochen der Würze (also dem Aufkochen von Malz und Hopfen) nahm sie sich das „junge Bier“ mit in ihren Keller, wo es mehrere Tage in einem offenen Gärkeller reifte. Dann wurde es in geschlossene Lagerfässer gegossen und in diesen reifte es noch ein paar hübsche Wochen aus. Als das Bier schließlich fertig war, zapfte man es direkt im Haus der Familie, die es gebraut hatte (meistens in dem größten Raum). Dazu wurden lokale Spezialitäten gereicht, wie etwa Hausmacherwurst, hausgemachter gereifter Käse, Sülze, Rauchfleisch … Und genauso läuft das bis heute, auch wenn von der ursprünglichen Dutzenden von Gemeindebrauerein in der Oberpfalz nur noch fünf übrig geblieben sind – in den Städten Neuhaus, Mitterteich, Eslarn, Windischeschenbach und Falkenberg. Auf deren Webseiten finden Sie auch einen Plan, welche Familie mit Braurecht wann sein Bier verkaufen wird – geben Sie einfach die Bezeichnung der Stadt und "Zoigl" ein. Dieses Wort stammt ursprünglich von deutschen "Zeichen" ab, das im Oberpfälzer Dialekt als "Zeigl" gelesen wurde und sich mit der zeit in die heutige Gestalt verwandelt hat. Warum gerade ein Zeichen? Weil wenn ein Bier richtig ausgereift war und man beginnen konnte es zu verkaufen, der Besitzer – anstatt mit dieser Information zu allen Häusern zu laufen – lieber einen Stab aus dem Fenster streckte, an dessen Ende ein spezielles Zeichen befestigt war – zwei ineinander verhakte Dreiecke, die an einen Davidsstern erinnern. Dieses Symbol ist jedoch schon viel alter als das jüdische (das erst im 17. Jahrhundert massenhaft vorkommt) – die erste Abbildung ist aus dem Jahr 1403 bekannt. Die Spitzen des ersten Dreiecks vertreten die drei Elemente, die zur Herstellung des Biers erforderlich sind: die Erde, das Feuer und das Wasser. Die Spitzen des dritten Dreiecks bedeuten die drei grundlegenden (und einzigen!) Zusätze, als erneut Wasser, Malz und Hopfen. Nichts anderes geben die Oberpfälzer Bierbrauer auch heute nicht dazu. Sie trinken das Bier also so, wie es schon vor Hundert oder zwei Hundert Jahren war. Es ist ehrlich, angenehm bitter und ungefiltert, also mit einer großen Menge von Vitaminen der Reihe B. Und wenn Sie gerade kein Glück haben und bei Ihrer fahrt durch die Gegend keine der Familie auf ihrem Schild das Zeichen „Zoigl” ausgehängt hat (das kann passieren, wenn auch selten), versuchen Sie es bei den örtlichen Supermärkten – dort wird das Zoigl als Flaschenbier auch aus weiter entfernten Gebieten verkauft.